Neuigkeiten

06.05.2019, 09:53 Uhr
Besuch bei der Fa. ForGen am Institut für Hämatopathologie in Hamburg
DNA-Spurensicherung beim Wolf
Es macht mit Blick auf den Wolf in Niedersachsen schon nachdenklich, wenn man von Experten erfährt, welche Möglichkeiten die Forensik heute bietet. Wenn betroffenen Tierhaltern erklärt wird, dass die mutmaßliche Wolfs-DNA wegen äußerer Einflüsse wie Regen oder Sonne nicht verwertbar sei, dann ist das rechtsmedizinisch nicht haltbar. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, denn auch Mordfälle können nach über 30 Jahren noch gerichtsfest aufgeklärt werden. Fragen sind daher auch im Fall des „Rotenburger Gärtners“ angebracht: Bei jedem Kleinkind, das von einem Haushund gebissen wird, wird sofort die Rechtsmedizin eingeschaltet. Hier aber haben Mitarbeiter des niedersächsischen Wolfsbüros die genetischen Spuren dokumentiert. Das muss sich ändern, weil allein schon durch die unsachgemäße Spurensicherung und ihren Transport eine Kontamination mit anderen Spuren möglich ist. Darüber hinaus sind gerichtsfeste Proben besonders bei Rissen durch Hunde von Bedeutung, da es den Geschädigten ermöglicht, Verursacher und Halter zu ermitteln und Schadensersatz zu fordern. Es wird Zeit, die Spurensicherung künftig in professionelle Hände zu geben.
Auch die Behauptung des Senckenberg-Institutes, dass es in Deutschland keine Hybrid-Wölfe gäbe, ist nach unserem Gespräch in Hamburg nicht aufrechtzuerhalten. Hybrid-Wölfe sind in Schweden, Frankreich, Italien und Polen nachgewiesen. Dass Deutschland vor dem Hintergrund der Migration polnischer Wölfe hierbei eine Ausnahme bildet, halte ich für äußerst fragwürdig.

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