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28.02.2018, 09:19 Uhr | Für die CDU Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Martin Bäumer
FALSCH VERSTANDENER TIERSCHUTZ
Klartext
Für die einen ist es ein Erfolg für den Artenschutz. Für die anderen eine Gefährdung der Weidetierhaltung – wenn es um den Wolf geht, könnten die Meinungen unterschiedlicher nicht sein. Denn auch wenn Tierschützer über die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen frohlocken, stehen sie Landwirten gegenüber, die zu Recht wütend sind. Schließlich reißt der Wolf ihre Schafe und Rinder, Hunderte von Nutztieren sind dem Raubtier hierzulande schon zum Opfer gefallen.
Mittlerweile wissen wir, dass sich einige Wölfe selbst von hohen Elektrozäunen nicht aufhalten lassen. Ohnehin sind wolfssichere Einzäunungen besonders in küstennahen Grünlandregionen, Deichzonen und der Lüneburger Heide kaum möglich. Zum Teil sehen sich die Tierhalter dazu gezwungen, ihre Tiere im Stall zu halten und die Flächen selbst zu mähen – was nicht nur die Kosten erhöht, sondern die Weidetierhaltung ad absurdum führt. Es werden auch immer wieder Wölfe in Niedersachsen gesichtet, die kaum Scheu vor dem Menschen zeigen. Manchmal spazieren sie sogar durch die Innenstädte, wie es im Januar dieses Jahres in Walsrode der Fall war. Wenn ein Wolf ein so untypisches Verhalten an den Tag legt und zu einer tatsächlichen Bedrohung für Menschen wird, muss der Abschuss zeitnah möglich sein. Das gilt auch für Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen. Die schwerverletzten Tiere müssen oft stundenlange Qualen erleiden, bis sie endlich von einem Wolfsberater erlöst werden dürfen. So sieht kein Tierschutz aus. Das ist falsch verstandener Tierschutz. Die Weidetierhalter müssen stärker als bisher nach einem Wolfsriss unterstützt werden: Die Auszahlung von Entschädigungsleistungen muss entbürokratisiert sowie deutlich schneller und einfacher werden. Vor allem muss aber der günstige Erhaltungszustand der europäischen Wolfspopulation zügig festgestellt werden. Das passiert, wenn das Zusammenwachsen der ostpolnisch-baltischen und westpolnisch-deutschen Wolfspopulationen endlich von der EU-Kommission anerkannt wird. Ist das der Fall, kann der Wolf in Niedersachsen vom Naturschutzrecht ins Jagdrecht überführt werden – darauf haben wir uns auch mit unserem Koalitionspartner geeignet. Eines steht fest: Wenn der Wolf in Niedersachsen eine Zukunft haben soll – und das soll er – muss er endlich als das wahrgenommen werden, was er ist. Ein Raubtier, dessen Bestand zwar gepfl egt, aber mit Rücksicht auf das sensible Gleichgewicht der niedersächsischen Tierwelt auch sinnvoll reguliert werden muss. Sonst wird es Nutztierhaltung in Niedersachsen künftig nur noch im Stall oder hinter hohen Zäunen geben.
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